Zum Heimspiel gegen Leverkusen fuhr ich wie immer mit einem meiner Zwillinge. Als Gäste waren diesmal zusätzlich mein Schwager aus Thüringen und seine Tochter dabei. Für die Kleine ein aufregender Ausflug, denn es war der erste Stadionbesuch. Oftmals ist es ja so, dass der erste Stadionbesuch prägend ist und mitbestimmend dafür, an welchen Verein man sein Herz verschenkt. In diesem Falle aber war es schon zu spät. Meine Nichte hatte schon einen Lieblingsverein und es handelt sich dabei nicht um unsere Borussia.
Vor dem Spiel wurde Alan Simonsen interviewt. Das erinnerte mich daran, wie meine Liebe zur Borussia entstand. Vor meinem geistigen Auge sah ich, wie der kleine, wendige Stürmer Alan Simonsen im Dress der Borussia die grobschlächtigen, hünenhaften Spieler von Twente Enschede austanzte und die Borussia den UEFA-Cup gewann. Das war das klassische Gut gegen Böse. Weiß gegen Dunkelrot. Berauschende Fußballkunst gegen tumbe Rumpelfußballer.
Aber in Wirklichkeit wissen wir natürlich, dass eine einmal getroffene Entscheidung für einen Fußballverein nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Also dürfen wir dies auch nicht von anderen verlangen. Kann ja nicht jeder auf der Seite der „Guten“ landen.