Sonntag, 16. Oktober 2011

Ein Fall für Katja Saalfrank?

Zum Heimspiel gegen Leverkusen fuhr ich wie immer mit einem meiner Zwillinge. Als Gäste waren diesmal zusätzlich mein Schwager aus Thüringen und seine Tochter dabei. Für die Kleine ein aufregender Ausflug, denn es war der erste Stadionbesuch. Oftmals ist es ja so, dass der erste Stadionbesuch prägend ist und mitbestimmend dafür, an welchen Verein man sein Herz verschenkt. In diesem Falle aber war es schon zu spät. Meine Nichte hatte schon einen Lieblingsverein und es handelt sich dabei nicht um unsere Borussia.

Vor dem Spiel wurde Alan Simonsen interviewt. Das erinnerte mich daran, wie meine Liebe zur Borussia entstand. Vor meinem geistigen Auge sah ich, wie der kleine, wendige Stürmer Alan Simonsen im Dress der Borussia die grobschlächtigen, hünenhaften Spieler von Twente Enschede austanzte und die Borussia den UEFA-Cup gewann. Das war das klassische Gut gegen Böse. Weiß gegen Dunkelrot. Berauschende Fußballkunst gegen tumbe Rumpelfußballer.

In der ersten halben Stunde des Spiels war unsere Borussia schlecht an diesem Samstag und folgerichtig lagen wir 0:1 hinten. Doch dann legte die Borussia los und es wurde ein klasse Spiel unserer Mannschaft. Schließlich lagen wir 2:1 vorne. Doch bis dahin hatte unsere Elf mal wieder unendlich viele Torchancen ausgelassen. Leider wurde das mal wieder drei Minuten vor dem Abpfiff bestraft. Und wieder durch einen gegnerischen Stürmer, der sich gegen uns ein lang ersehntes Erfolgserlebnis holte. Aber man durfte mit dem Spiel unserer Mannschaft sehr zufrieden sein. Mit dem Ergebnis und den verpassten Torchancen nicht. Ein Heimsieg nach langer, langer Zeit gegen Leverkusen wäre natürlich sehr schön gewesen und erster Verfolger der Bayern zu sein wäre auch schön. Tja, so isses nun mal im Fußball. Es gibt halt Dinge, die kann man nicht beeinflussen. Genauso wenig kann man beeinflussen, an welchen Verein ein Kind sein Herz verliert. Wenn das ginge, dann wäre die nächste Staffel von Katja Saalfrank ein Publikumsrenner. „Sehen sie heute wie Kevin durch das Ablegen seines Schalketrikots die Neurodermitis überwindet und mit seinem Stiefvater ins Westfalenstadion geht……..“

Aber in Wirklichkeit wissen wir natürlich, dass eine einmal getroffene Entscheidung für einen Fußballverein nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Also dürfen wir dies auch nicht von anderen verlangen. Kann ja nicht jeder auf der Seite der „Guten“ landen.