Donnerstag, 9. Februar 2012

The Saturday Boy


Während sich viele Borussen am Mittwoch auf den Weg in die Bundeshauptstadt machten, um den DFB-Pokal Viertelfinale zwischen der Berliner Hertha und unserer Borussia beizuwohnen, saß ich im Büro und surfte gelangweilt in den Weiten des Internets herum. Bis zum Abend war es noch lang hin und ich hatte vor, das Spiel in einer Kneipe zu schauen. Während ich mich also ziellos durchs Internet treiben ließ, kam ich auch auf der Homepage von Billy Bragg vorbei. Dies ist einer meiner Lieblingssänger und Lieblingssozialist. Unter der Rubrik „Tourdates“ fand ich einen flatschneuen Eintrag. dieser besagte, dass Billy im Mai in Bochum gastiert.  Der Meister des bittersüßen Lovesongs (Beispiel: Klickmich) gibt also ein Gastspiel im Ruhrgebiet. Die Homepage des Veranstalters kündigte den Beginn des Vorverkaufs für 10:00 Uhr des gleichen Tages an. Da es schon weit nach 10:00 Uhr war, ging ich auf die Seite eines großen Tickethändlers und die verkündete mir, dass  für das Konzert in Bochum keine Tickets verfügbar wären. Da wurde ich ein wenig hektisch und versuchte das Problem telefonisch beim Tickethändler zu klären. Die junge Dame, mit der ich dann sprach erklärte mir dann freundlich aber bestimmt, dass das Konzert ausverkauft wäre. „Aha, soso“, sagte ich nur und legte auf. Ich war baff. Das konnte doch gar nicht sein. Billy Bragg kennt keine Sau und dann sollen die Tickets weggehen wie Heroin im Bahnhofsviertel. Das konnte ich nicht glauben. Während ich in der Mittagspause ein Körnerbrötchen und eine Dose Dorschleber in Öl zu mir nahm, klickte ich noch mal auf die Seite des Tickethändlers. Direkt unter Helene Fischer und Madonna hielt Billy verträumt Ausschau nach deutscher Kundschaft. Und plötzlich waren auch die Bochumkarten erhältlich. Von wegen ausverkauft. Die Frau am Telefon hatte einfach keine Ahnung. Also schnell zwei Tickets bestellt und ausgedruckt. Wat man hat dat hat man. Und dann musste ich natürlich auch früher nach Hause fahren, weil der Spielbeginn schon um 19:00 Uhr war. Zuhause habe ich dann ein Curry-Huhn gekocht und mich schnell in die Kneipe nach Frohnhausen verpieselt. Mit mir hat Georg an diesem Abend der Borussia die Daumen gedrückt.  Wir bekamen ein richtig schlechtes Spiel zu sehen. Unsere Borussia hat enttäuscht. Und dieses schlechte Spiel wurde bei eisigen Temperaturen auch noch verlängert. Über die unrühmliche Aktion von Igor de Camargo wurde sich ja schon überall reichlich ausgelassen. Zu diesem Thema zitiere ich, auch wenn es nicht meine Meinung wiedergibt, eine SMS, die mir ein Freund zusandte: „Kinski, du Penis. Wie geht es dir? Mir geht’s es schlecht. Ich habe Bein und Durchfall Das ist die Hölle! Wo bleiben die Anti-Bayern Kommentare? Gladbach hat gestern extrem an Ansehen verloren. Das Spiel sollte wiederholt werden! Pah, ekelhaft das Volk. Das solltest du auf deiner Seite ruhig erwähnen.“ Dies habe ich hiermit getan, Scotty. Gute Besserung übrigens für Magen und Bein.  Und weißt du was? Ich hoffe, dass wir die Bayern zugelost bekommen. Dann wird meine bittersüße Lovestory mit der Borussia einen weiteren Höhepunkt in Berlin erleben.